Neue polnische Klassifikation der Wirtschaftszweige (PKD 2025) – wichtige Änderungen und Verpflichtungen für Unternehmer
Am 1. Januar 2025 trat die neue polnische Klassifikation der Wirtschaftszweige (PKD 2025) in Kraft, die die bisherige PKD 2007 ersetzt. Die Änderungen wurden durch die Verordnung des Ministerrats vom 18. Dezember 2024 eingeführt, die im Gesetzblatt vom 27. Dezember 2024 (Pos. 1936) veröffentlicht wurde. Dies ist ein wichtiger Schritt zur Anpassung des polnischen Klassifikationssystems an die aktuellen wirtschaftlichen Gegebenheiten und an die EU-Normen (NACE). Zu den eingeführten Änderungen gehören sowohl die Hinzufügung neuer Gruppen als auch die Aktualisierung der Beschreibungen traditioneller Branchen, was es den Unternehmern erleichtern dürfte, ihre Tätigkeitsbereiche genau zu definieren.
Was ist PKD und welche Änderungen bringt die neue Klassifikation mit sich?
Die polnische Klassifikation der Wirtschaftszweige ist ein Instrument, das in der öffentlichen Statistik, bei der Buchführung und der Rechnungslegung verwendet wird. Sie ermöglicht eine systematische Gruppierung Gewerbetätigkeiten unter bestimmten Codes.
PKD 2025 führt die folgenden Änderungen ein:
- Neue Tätigkeitsbereiche – umfasst Sektoren der digitalen Wirtschaft, Kreislaufwirtschaft und Bioökonomie.
- Präzisierung bestehender Beschreibungen – die Definitionen für traditionelle Branchen wie Landwirtschaft und Handel wurden angepasst.
- Fünfstufige Struktur – wie in PKD 2007 umfasst sie Sektionen, Abteilungen, Gruppen, Klassen und Unterklassen. Zu den Änderungen gehören:
- Erhöhung der Anzahl der Unterklassen von 645 auf 727,
- Reduzierung der Anzahl der Abteilungen von 88 auf 87,
- Einführung einer neuen Sektion, wodurch sich die Zahl der Sektionen von 21 auf 22 erhöht.
Übergangsfrist für Unternehmer
Die Anpassung der PKD 2007-Codes an die PKD 2025 muss nicht sofort umgesetzt werden. Der Übergangsfrist dauert bis Ende 2026. In dieser Zeit können Unternehmer sowohl die alten als auch die neuen Codes in ihren Registrierungsunterlagen verwenden. Ab dem 1. Januar 2027 erfolgt jedoch eine automatische Neueinstufung der Tätigkeiten in Registern wie CEIDG (Zentralregister für die Gewerbetätigkeit natürlicher Personen), REGON (nationales Wirtschaftsregister) oder KRS (Landesgerichtsregister).
Experten warnen davor, dass die automatische Zuweisung von Codes zu Fehlern führen könnte, insbesondere bei Tätigkeiten, die in der vorherigen Klassifizierung zu vage beschrieben wurden. Für Unternehmen in komplexen Branchen besteht das Risiko, dass die falschen Codes zugewiesen werden, was zu Widersprüchen mit der Realität führen kann.
Pflichten des Unternehmers – wer ist von der PKD 2025 betroffen?
Jeder Unternehmer muss seine Tätigkeitscodes an die neue Klassifizierung anpassen, wenn Änderungen an der Unternehmensregistrierung nach dem 1. Januar 2025 geplant sind.
Für die im CEIDG eingetragenen Unternehmen:
Die PKD 2025-Codes müssen in Anträgen angegeben werden für:
- Gründung eines neuen Unternehmens,
- Änderung eines Eintrags (unabhängig vom Umfang der Änderung),
- Aussetzung, Wiederaufnahme oder Löschung der Tätigkeit mit Datenaktualisierung.
Wenn der Antrag auf Löschung jedoch ein Unternehmen betrifft, das vor dem 1. Januar 2025 seine Tätigkeit eingestellt hat, ist eine Codeaktualisierung nicht erforderlich.
Für die im KRS und REGON eingetragenen Unternehmen:
Einheiten wie GmbHs, Aktiengesellschaften und Personengesellschaften müssen ab dem 1. Januar 2025 die neuen PKD 2025-Codes bei der Antragstellung für Eintragungen oder Datenänderungen verwenden. Die neuen Regeln gelten auch für Verfahren, die vor diesem Datum begonnen, aber bis Ende 2024 nicht abgeschlossen wurden.
Auswirkungen von PKD 2025 auf die Beiträge zur Unfallversicherung
Änderungen in der PKD-Klassifikation könnten sich erheblich auf den Prozentsatz der Unfallversicherungsbeiträge auswirken. Der Beitragssatz ist abhängig von der Art der überwiegenden Tätigkeit des Beitragszahlers und der Höhe des Unfallrisikos in der Tätigkeitsgruppe.
Das Aktualisieren der PKD-Codes kann dazu führen, dass ein Unternehmen einer anderen Risikogruppe zugeordnet wird, was die Beitragssätze beeinflusst. Unternehmer sollten besonders darauf achten, ihre Tätigkeiten unter PKD 2025 korrekt einzuordnen, um Fehler bei der Berechnung der Beiträge zu vermeiden. Dies ist besonders wichtig in Branchen, in denen Änderungen in der Beschreibung der Tätigkeit zu einem Wechsel der Risikogruppe führen können.
Zusammenfassung
Die PKD 2025 ist ein wichtiger Schritt bei der Modernisierung des polnischen Systems zur Klassifizierung der Wirtschaftszweige. Diese Aktualisierung spiegelt die sich ändernden Bedürfnisse des Marktes und die Entstehung neuer Wirtschaftszweige wider. Unternehmer sollten sich nicht nur mit diesen Änderungen vertraut machen, sondern auch sicherstellen, dass ihre Registrierungen den neuen Anforderungen entsprechen.
Wenn Sie Fragen zu diesem Thema haben, oder zusätzliche Informationen benötigen, zögern Sie bitte nicht, uns zu kontaktieren:
ABTEILUNG KUNDENBETREUUNG
ELŻBIETA
NARON-GROCHALSKA
Abteilungsleiter Kundenbetreuung
getsix® Gruppe
***