Wer ist verpflichtet, sich in Polen zur Umsatzsteuer zu registrieren?

/ Mehrwertsteuer in Polen und Europa

Polnische Unternehmen

Das Mehrwertsteuergesetz legt mehrere Situationen fest, in denen sich eine Firma oder ein Unternehmer als Mehrwertsteuerzahler in Polen registrieren lassen muss.

Der erste Fall, in dem eine polnische Firma oder ein polnischer Unternehmer eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer beantragen muss, ist, wenn ihr Umsatz die Grenze von 200.000 PLN (ca. 45.000 EUR) während des Steuerjahres überschreitet. Es ist wichtig zu beachten, dass, wenn die Geschäftstätigkeit in Polen während des Steuerjahres aufgenommen wurde, diese Grenze im Verhältnis zu der Anzahl der verbleibenden Monate bis zum Ende des Kalenderjahres berechnet werden muss.

Außerdem muss ein polnisches Unternehmen sich registrieren lassen und die polnische Mehrwertsteuer abführen (unabhängig von der Höhe des Umsatzes im Steuerjahr), wenn es im Bereich bestimmter Geschäftsfelder tätig ist, die im Mehrwertsteuergesetz genannt sind. Daher ist eine subjektive Mehrwertsteuerbefreiung nicht möglich, wenn das Unternehmen u. a:

  1. verbrauchsteuerpflichtige Waren verkauft ( außer: Elektrizität, Tabakwaren und andere als neue Personenkraftwagen, die nach den Bestimmungen über die Einkommenssteuer als abschreibungspflichtiges Anlagevermögen eingestuft werden;
  2. Edelmetalle, Schrott, Schmuck verkauft;
  3. Dienstleistungen erbringt:
    • Rechts;
    • Beratung (mit Ausnahme von landwirtschaftlicher Beratung);
    • Inkasso, einschließlich Factoring.

Nicht-polnische Unternehmen

Nicht-polnische Unternehmen, die eine Geschäftstätigkeit in Polen planen, wie z.B.: lokale Verkäufe (mit Ausnahmen), Intra-EU-Transaktionen, Import oder Export, müssen eine polnische MwSt.-Nummer vor dem Datum der ersten steuerpflichtigen Tätigkeit beantragen.

Die häufigsten Beispiele, bei denen ein Unternehmen verpflichtet ist, eine polnische Umsatzsteuernummer zu beantragen, sind:

  1. Kauf und Verkauf von Waren in Polen.
  2. Der Import von Waren nach Polen von außerhalb der Europäischen Union.
  3. Erwerb von Waren in Polen aus einem anderen EU-Land (innergemeinschaftlicher Erwerb).
  4. Verkauf von Waren aus Polen, die an Kunden außerhalb Polens geliefert werden (Privatkunden oder Unternehmen).
  5. E-Commerce-Verkäufe von Waren an Verbraucher, die den Schwellenwerten für die Mehrwertsteuerregistrierung für Fernverkäufe unterliegen.
  6. Lagerung von Waren in Polen zum Verkauf, Vertrieb oder Versand.
    Die Erklärung des Anwalts: Grundsätzlich führt die bloße Lagerung von Waren im Lager von z.B. Amazon nicht zu einer Pflicht zur Registrierung für Mehrwertsteuerzwecke in Polen. Die Registrierungspflicht entsteht in diesem Fall, weil die gelagerte Ware zuvor aus dem Ausland importiert wurde (WNT oder Import) oder weil sie aus dem Lager von Amazon in Polen oder im Ausland verkauft werden soll. Somit ist der Import von Waren aus dem Ausland oder ihr Verkauf der Sachverhalt, der die Pflicht zur Registrierung für Mehrwertsteuerzwecke in Polen auslöst, und nicht ihre Lagerung.
  7. Organisation von Veranstaltungen in Polen, bei denen Delegierte oder Teilnehmer Eintritt zahlen müssen.

Der Schwellenwert für die Mehrwertsteuerregistrierung (für Fernverkäufe) für EU-Fernverkäufer, die Waren an Kunden in Polen verkaufen, beträgt 160 000 PLN, also etwa 35 000 EURO.

Nicht-EU-Unternehmen oder -Unternehmer müssen einen Fiskalvertreter in Polen ernennen. Fiskalvertreter sind gesamtschuldnerisch für die Steuerschulden der von ihnen vertretenen Steuerpflichtigen verantwortlich.

Wenn Sie eine der oben genannten (oder ähnliche) Transaktionen in Polen planen oder bereits durchgeführt haben, laden wir Sie ein, unseren Berater für ein kostenloses Beratungsgespräch zu kontaktieren.
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Zuletzt aktualisiert: 05.05.2021

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